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Das Pferd als Freund

Das Pferd als Haustier dient dem Menschen seit Jahrtausenden als Reit-, Last- und Zugtier. Glücklicherweise hat sich dies geändert! So sehen viele Menschen heute das Pferd als guten, treuen und zuverlässigen Freund an ihrer Seite. Und das ist gut so, denn ein Pferd ist kein Reitgerät!

Früher lebte das Pferd in offenen Steppen in großen Herden. Pferde sind Pflanzenfresser, die täglich bis zu 18 Stunden mit Fressen verbringen. Deshalb ist es auch heute sehr wichtig, dass Pferde mit vielen anderen Pferden zusammen gehalten werden und unbedingt täglichen Freilauf mit anderen Pferden auf einer Koppel erhalten.

Was könnt Ihr auf der Weide beobachten?
Beim Grasen gehen Pferde langsam, aber stetig vorwärts. Dieses Verhalten tritt unabhängig davon auf, ob eine Weide einen üppigen Graswuchs aufweist oder nur spärlich bewachsen ist. Denn in der Natur ziehen die Wildpferdeherden langsam weiter und legen täglich etwa 20 km zurück.

Pferde sind Herdentiere und haben ein ausgeprägtes Bedürfnis, mit anderen Pferden ständig Sicht-, Hör-, Geruchs- und Körperkontakt zu haben. Die Herde bedeutet für alle Mitglieder einen guten Schutz. Im Schutz der Herde müssen nicht alle Pferde wachsam sein. Ein Teil kann sich ausruhen, während ein anderer Teil der Herde die Umgebung beobachtet. Sobald ein Tier eine Gefahr erkennt oder zu erkennen glaubt, signalisiert es das den anderen Pferden durch Heben des Kopfes, Ausrichten der Augen und Ohren in die Richtung der Gefahr und nervöses Schnauben und zeigt somit, dass etwas nicht stimmt. Die anderen Pferde befinden sich nun auch in Alarmbereitschaft. Sobald ein Pferd der Herde flieht, galoppieren die anderen Herdenmitglieder sofort hinterher.

Oft kraulen sich immer wieder die gleichen Pferde oder dösen gemeinsam. Beim Kraulen beknabbert ein Pferd das andere am Mähnenkamm, das andere drückt sein Wohlbefinden aus, indem es seine Oberlippe vorstülpt und den Hals streckt.

Eure täglichen Aufgaben
Zu Eurer täglichen Aufgabe gehört sicherlich auch das Ausmisten der Box. Pferde legen sich nur gerne hin, wenn die Einstreu trocken und sauber ist.

Außerdem gehören zur täglichen Arbeit das Auskratzen der Hufe und das Putzen des Felles mit Striegel und Bürste.

Leckerbissen oder Bauchschmerzen?
Äpfel und Möhren sind besondere Leckerbissen für dein Pferd. Mit Getreide (Kraftfutter) solltest Du lieber vorsichtig sein, da es sehr energiereich ist. Und Zucker gehört nicht auf den Speiseplan Eures Lieblings, denn davon kann ein Pferd sehr schlimme Bauchschmerzen bekommen!

Das Pferd - Euer Freund
Bitte denkt auch beim Reiten daran, dass Euer Pferd ein fühlendes Lebewesen ist. Schlagt es nicht mit der Gerte.

Wenn Ihr kein eigenes Pferd habt aber trotzdem gerne Reiten lernen möchtet, sucht Euch einen guten Reitstall.

Wie erkennt Ihr einen guten Reitstall?

Alle Pferde dürfen täglich mehrere Stunden auf die Koppel, und zwar im Sommer und im Winter

Die Pferde dürfen in Herden zusammen auf die Koppel hinaus.

Kein Pferd muss mehrere Stunden am Tag arbeiten.

Dein Reitlehrer/ Deine Reitlehrerin zeigt Dir, wie ein Pferd richtig geputzt, gesattelt und aufgetrenst wird. Unter Anleitung darfst Du diese Aufgaben selbst übernehmen.

Dein Reitlehrer / Deine Reitlehrerin macht Führübungen. In diesen Übungen führst Du Dein Pferd am Strick und lernst die richtigen Zeichensprache vom Boden aus. Nur so werden Mensch und Pferd zu einem guten Team.

Erst nachdem Du mit Deinem Pferd vom Boden aus vertraut bist, wird Dich ein guter Reitlehrer auf das Pferd setzen. Hier beginnst Du mit einfachen Übungen im Schritt. So bekommst Du ein Gefühl für das Gleichgewicht, das Du beim Reiten brauchst.

Ist Euer größter Traum ein eigenes Pferd?
Grundsätzlich ist der Unterhalt eines Pferdes recht teuer. Dies sollten Eure Eltern bedenken, bevor sie den Kauf eines Pferdes ernsthaft in Erwägung ziehen. Allein die Unterstellung eines eigenen Pferdes kostet in der Regel zwischen 200 und 300 Euro. Hinzu kommt, dass ein Pferd alle 8-10 Wochen zum Hufschmied muss. Außerdem muss ein Pferd regelmäßig entwurmt und geimpft werden. Gerade bei älteren Pferden sollte der Tierarzt auch regelmäßig ein- bis zweimal im Jahr die Zähne kontrollieren. Hinzu kommt, dass ein Pferd auch krank werden kann. Hier muss der Tierarzt gerufen werden. Je nach Erkrankung des Pferdes können hier hohe Kosten auf Eure Eltern zukommen. Außerdem solltet Ihr regelmäßig Unterricht bei einem guten Reitlehrer nehmen.

Die Kosten für ein Pferd könnt Ihr natürlich nicht aufbringen. Hier sind Eure Eltern gefragt. Aber selbst wenn die Eltern dazu bereit sind, kommt einiges an Verantwortung auf Euch zu, denkt darüber in Ruhe nach, ob Ihr das wirklich möchtet:

Ein Pferd ist ein Freund und Familienmitglied und zwar ein Pferdeleben lang. Ihr übernehmt Verantwortung für einen sehr langen Zeitraum, denn ein Pferd kann über 30 Jahre alt werden.

Ist es das Tier, das Ihr liebt? Oder liebt Ihr mehr das Reiten? Denke ehrlich über die Frage nach. Würdet Ihr ein Pferd auch behalten wollen und Euch täglich liebevoll um ein Pferd kümmern, wenn es krank wäre oder Ihr vielleicht irgendwann für ein Pony zu groß seit?

Wer Pferdehaltung ernst nimmst, sollte jeden Tag nach seinem Pferd schauen. Im Winter ist es manchmal ziemlich kalt. Und trotzdem wartet Euer Pferd auf Euch, denn es möchte, dass Ihr Euch mit ihm beschäftigt.

Auszug aus www.jugendtierschutz.de

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