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Nachlese Tag der offenen Tür am 6.9.2009

Leckerlis und viel Zuneigung
07.09.2009 - LAMPERTHEIM

TIERHEIM Tag der offenen Tür gut besucht

(vjo). Ihre Pflege ist mit der Familie oder dem Job nicht mehr vereinbar, sie überfordern ihre Besitzer oder werden schlichtweg einfach nicht mehr geliebt. Die Schicksale der Tiere, die am Straßenrand ausgesetzt oder immerhin gleich im Lampertheimer Tierheim abgegeben wurden, sind unterschiedlich. Dass die neue Situation für das Tier jedoch nicht einfach ist, daran besteht kein Zweifel. Kann es doch die Erfahrungen aus der Vergangenheit nicht ausblenden, ist traurig über einen den Abschied oder kann das Herrchen einfach nicht vergessen.

Am Tag der offenen Tür des Lampertheimer Tierheims am Sonntag durfte jedes Tier zumindest für einen Tag den Großteil seiner Sorgen vergessen: Viele Hände streckten sich durch die Gitter, streichelten ausgiebig und verteilten allerhand Leckerlis. Von den Spenden, die an diesem Tag im Heim eingingen, erfahren die Tiere erst dann, wenn die neuen Körbchen, Decken und Futterrationen Einzug in die jeweiligen Gehege halten, wo sie dringend gebraucht werden. Bedarf herrscht aufgrund des ständig wechselnden Tierbesatzes immer.

29 Hunde, 13 Katzen, ein Frettchen, vier Schildkröten und ein Hase sind die aktuellen Bewohner des Heims, die auf eine neue, liebevolle Unterkunft warten. “Wenn die Tiere abgegeben werden, schwindeln uns die Leute bezüglich der Gründe oftmals an, das merkt man einfach. Aber das müssen wir meistens so hinnehmen. Um die Tiere entsprechend behandeln zu können, verlassen wir uns auf unser Gefühl und die jahrelange Erfahrung”, erklärte die Erste Vorsitzende des Tierschutzvereins, Annette Maring.

Der Tag der offenen Tür, der vom Wetter her ideal war, sei für die Besucher vorrangig dazu da, sich zu informieren. Generell sei ein solcher Tag sehr nützlich, es würden immer neue Bekanntschaften geknüpft, und einige Tiere könnten sich über ein neues Zuhause freuen. “Am Tag direkt ist eine Neuvermittlung aber nicht möglich. Interessenten bekommen Fragebögen, die Auskunft über zeitliche Rahmen, Wohnbedingungen und andere wichtige Aspekte vermitteln. Die Leute können dann vorbeikommen, das Tier näher kennenlernen, und wir schauen dann, ob alles passt”, beschreibt Maring die Vorgehensweise, die dazu dienen soll, einer weiteren Enttäuschung für Tier und Herrchen vorzubeugen.

Innerhalb des Grundstücks lockten während der Veranstaltung Flohmarkt- und Verkaufsstände, an denen Tierzubehör erworben werden konnte, und verschiedene Informationsstände. Am Morgen wartete ein kleiner Höhepunkt besonders auf die, die mit kranken Tieren umzugehen haben: Von einer Tierarztpraxis in Auerbach war die Physiotherapeutin Marisa Schmidt nach Lampertheim gekommen und informierte die Besucher über Rehamaßnahmen und Grundsätze des Bewegungsapparates ihrer Vierbeiner. Auf die Kinder, die an diesem Tag ebenfalls zuhauf erschienen waren, wartete nach dem Besuch der Tiere eine große Hüpfburg vor dem Gelände.

Damit nicht nur die Tiere auf ihre Kosten kamen, war für den menschlichen Magen etwas geboten - Grillspeisen und Salate sowie Kaffee und Kuchen am Nachmittag stillten den Appetit der Gäste. Als besonderer Höhepunkt engagierten die Verantwortlichen die Sängerin Viva Turner aus Lampertheim, die mit breit gefächertem Liedgut unterhielt.

Auch wenn beim Tag der offenen Tür keine Direktvermittlungen auf dem Plan stehen, so werden bei der Veranstaltung des Tierschutzvereins doch immer wieder Grundlagen für künftige Wohngemeinschaften zwischen Zwei- und Vierbeinern gelegt.

Foto: AfP Asel

Lampertheimer Zeitung vom 7.9.2009

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